Phosphat effizient einsetzen

Über die mineralische und organische Düngung zugeführte Nährstoffe müssen möglichst zielgerichtet eingesetzt werden. Vor allem Phosphat muss von den Pflanzen optimal ausgenutzt werden, um P-Überschüsse und damit verbundene Austräge in nicht-landwirtschaftliche Ökosysteme zu vermeiden.

Einsatz von Phosphat in Österreich rückläufig

Mais JungpflanzenMais JungpflanzenMais Jungpflanzen[1552646914437653.jpg]
Mais Jungpflanzen © Eurochem Agro GmbH

Mittlerweile sind nur noch knapp die Hälfte der Ackerböden ausreichend mit Phosphat versorgt. Neben dem Bodenvorrat spielt auch die Verfügbarkeit eine wichtige Rolle. Bei Trockenheit wie in den letzten beiden Jahren und kalten Böden im Frühjahr sowie schlechtem pH-Wert nimmt die Aufnahmerate der Pflanze ab.

Viele Ackerbauern stehen damit vor der Frage, wie sich im Einklang mit amtlichen Regelungen und knapper P-Versorgungen die Ertragsfähigkeit der Böden und optimale Marktfruchterträge sicherstellen lassen. Letztlich bleiben nur eine Effizienzsteigerung des gedüngten Phosphats sowie ein verändertes Nährstoffmanagement für eine bessere Pflanzenverfügbarkeit im Boden.

Grundsätzlich sind Phosphatdüngemittel mit einem hohen Anteil an unmittelbar pflanzenverfügbarem Phosphat zu bevorzugen (siehe Tabelle). Das Phosphat in Gülle und anderen flüssigen Wirtschaftsdüngern liegt überwiegend in neutralammoncitratlöslicher Form vor und hat – langfristig betrachtet – eine Ausnutzungsrate von nahezu 100 %. In der unmittelbaren Direktwirkung sind die Phosphatmineraldünger mit hohem wasserlöslichem Anteil den Wirtschaftsdüngern in der Verwertungseffizienz überlegen.

Zeitpunkt beeinflusst Aufnahme

„Frisches“ Phosphat im zeitigen Frühjahr beeinflusst die Jugendentwicklung positiver als eine Grunddüngung im Herbst – vor allem bei Böden mit einer niedrigeren P-Versorgung. Die Andüngung der Kultur mit einem NPK-Volldünger wie Nitrophoska 15+15+15 unterstützt bei noch fehlender Bodenerwärmung und schwacher Wurzelaktivität eine rasche Pflanzenentwicklung.

An Aneignungsvermögen anpassen

Phosphat ist im Boden wenig mobil und wirkt bei direktem Zugriff der Pflanzenwurzeln am effektivsten. Für eine hohe P-Düngerausnutzung sollte eine rechtzeitige Düngung bei Wintergetreide und Raps im Frühjahr erfolgen. Bei Sommergetreide und Hackfrüchten ist eine gute Einarbeitung in die gesamte Krume vor der Saat oder Pflanzung sinnvoll. Bodenverdichtungen sollten vermieden und bereits bestehende Verdichtungen aufgelockert werden. In der Fruchtfolge sollte die P-Düngung vornehmlich zu Kartoffel, Mais, Zuckerrübe, Winterraps und Leguminosen erfolgen.

Passender PH-Wert wichtig

Mit suboptimalem pH-Wert sinkt die Phosphatverfügbarkeit im Boden. Bei zu niedriger Calcium-Sättigung der Austauscher (niedriger pH-Wert) ist die Bodenstruktur beeinträchtigt und in der Folge die räumliche Zugänglichkeit für die Phosphataufnahme eingeschränkt. Auch die chemisch bedingte P-Verfügbarkeit ist beeinträchtigt. Bei zu hohen pH-Werten bilden sich schwerlösliche Calcium-Phosphate. Das heißt, ein guter Kalkzustand im Boden (Bodenreaktion zwischen pH 5,5 und 7) ist eine wesentliche Grundlage für eine hohe P-Düngerausnutzung.

Ammonium steigert Verfügbarkeit

Eine Ammoniumernährung wirkt sich positiv auf die Wurzelleistung der Pflanzen aus und steigert indirekt die Verfügbarkeit der im Boden gebundenen Phosphate und Mikronährstoffe. Denn die Aufnahme von Ammonium-Stickstoff geht mit einer Absenkung des pH-Werts, also mit der physiologischen Versauerung der Rhizosphäre einher. Phosphat wird aus der ursprünglich nicht pflanzenverfügbaren Calciumphosphat-Form gelöst und mobilisiert. Damit aber eine ammoniumbetonte Ernährung überhaupt stattfinden kann, muss der gedüngte Ammoniumstickstoff vor der Nitrifikation im Boden geschützt sein. Das setzt den Einsatz von Düngern mit Nitrifikationshemmstoff wie Entec 26 oder die konzentrierte Ammoniumablage als Depot voraus.

Nährstoffe richtig platzieren

Die Unterfußdüngung mit NP-Düngern wie DAP 18+46 zur Saat ist vorteilhaft. Entsprechende Applikationsverfahren werden inzwischen auch im Kartoffel- und Gemüsebau angewendet. Der Nutzen liegt in der gezielten Nährstoffablage in den Wurzelraum mit dem Effekt einer erhöhten Pflanzenverfügbarkeit durch die lokale Absättigung der Sorbenten. Die platzierte Nährstoffablage zeigt ihre Ertragsvorteile gegenüber einer breitflächigen Düngung besonders bei Trockenheit wie im Vorjahr. Versuchsergebnisse von 2018 belegen den Vorteil dieses Verfahrens.

P-Saatbanddüngung ist hocheffizient

Eine Alternative zur platzierten NP-Unterfußdüngung bietet die Saatbanddüngung mit Mikrogranulatdüngern, wie UMG Starter Max in Hackfrüchten an. Die relativ geringe und gezielt in die Saatrille applizierte Phosphatmenge hat eine hohe Nährstoffeffizienz. Das Feingranulat in einer Korngröße von nur 0,5 mm wird mit einem zusätzlichen Düngeaggregat beim Sävorgang direkt in die Saat- oder Pflanzrille ausgebracht.

Diese Mikrogranulate können durch die geringe Korngröße von 0,5 – 1 mm direkt an der Keimwurzel wirken. Auf diese Weise werden Mais, Zuckerrübe und Kartoffel von Anfang an mit wichtigen Nährstoffen und Spurenelementen versorgt, was optimales Wachstum ermöglicht.

Wissenswertes: Unmittelbar Pflanzenverfügbaren Phosphor hochhalten

Eine hohe Phosphatausnutzung haben Düngemittel mit überwiegend wasserlöslichem Anteil: die vollaufgeschlossenen P-Dünger Superphosphat, Triple-Superphosphat (TSP), Diammonphosphat (DAP) und wertige NPK-Volldünger wie Nitrophoska NPK 20+10+10. Sie füllen die Bodenlösung mit kurz- und mittelfristig pflanzenverfügbarem Phosphat auf und wirken genau zum Anwendungszeitpunkt.

Davon zu unterscheiden ist ein als neutral-ammoncitratlöslich charakterisierter P-Anteil. Dieser kann als Anhaltspunkt für die mittelfristige Verfügbarkeit des Düngephosphats herangezogen werden – für den Zeitraum von etwa einer mehrgliedrigen Fruchtfolge. Andere Phosphatqualitäten wie Weicherde Rohphosphate sind nicht relevant für diese Effizienzbetrachtung.
 

Autor: Bernhard Fuchs, Eurochem Agro GmbH
 

Fragen Sie Ihren Fachberater

Mehr Informationen über die richtige Düngung erhalten Sie von unseren Mitarbeitern in einem Lagerhaus in Ihrer Nähe.

Benutzen Sie die Suchmaske, um das Ergebnis auf eine Postleitzahl einzuschränken. Sie können die Karte auch auf den Startzustand zurücksetzen.